Wann ist eine Höherstufung möglich?
Eine Höherstufung des Pflegegrads ist möglich, wenn sich der Gesundheitszustand dauerhaft verschlechtert hat und der bisherige Pflegegrad die Situation nicht mehr korrekt widerspiegelt.
Typische Auslöser:
- Fortschreitende Demenz
- Schlaganfall oder andere akute Ereignisse
- Chronische Erkrankungen im Fortschritt
- Zunehmender Hilfebedarf im Alltag
Wie beantragen?
- 1.Pflegekasse anrufen und Höherstufung beantragen
- 2.Ab diesem Antragsdatum gilt der neue Pflegegrad rückwirkend (wenn genehmigt)
- 3.MD-Begutachtung wird erneut durchgeführt
- 4.Bescheid innerhalb von 25 Arbeitstagen
Tipp: Sofort anrufen — nicht warten, bis alles dokumentiert ist. Das Antragsdatum ist entscheidend!
Was ändert sich bei einer Höherstufung?
Alle Leistungen werden automatisch auf den neuen Pflegegrad angepasst:
- Pflegegeld steigt
- Sachleistungsbudget steigt
- Entlastungsbudget bleibt gleich (gilt für alle PG)
Vorbereitung: Pflegetagebuch führen
Dokumentiere mindestens 2 Wochen den Tagesablauf:
- Welche Hilfen werden gebraucht?
- Wie lange dauern einzelne Pflegehandlungen?
- Welche Aktivitäten gehen nicht mehr alleine?
Widerspruch bei Ablehnung
Wird die Höherstufung abgelehnt, kannst du innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen. Ca. 30% aller Widersprüche sind erfolgreich.
Tipp: Paralleler Antrag spart Zeit
Du kannst gleichzeitig mit dem Höherstufungsantrag auch Widerspruch gegen den aktuellen Bescheid einlegen — das sichert das Antragsdatum auf mehreren Wegen ab.