Pflegegrad beantragen — So geht es Schritt für Schritt

Ein Pflegegrad ermöglicht den Zugang zu bis zu mehreren Tausend Euro Unterstützung pro Jahr. Hier erklären wir den gesamten Prozess.

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📞 Antrag bei der Pflegekasse stellen

  • Rufen Sie Ihre Pflegekasse an (Nummer auf der Krankenkassenkarte) oder stellen Sie den Antrag schriftlich bzw. online.
  • Die Pflegekasse ist gesetzlich verpflichtet, den Antrag entgegenzunehmen — Sie brauchen kein Formular.
  • Notieren Sie das genaue Datum der Antragstellung. Ab diesem Datum läuft die Frist für die Begutachtung (25 Werktage).
  • Tipp: Beantragen Sie gleichzeitig Pflegegeld, Sachleistungen und den Entlastungsbetrag — das spart Zeit.
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🩺 Begutachtung durch den MD vorbereiten

  • Der Medizinische Dienst (MD) oder ein unabhängiger Gutachter kommt zu Ihnen nach Hause (oder ins Heim).
  • Geprüft werden 6 Lebensbereiche: Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit Erkrankungen und soziale Teilhabe.
  • Führen Sie ein Pflegetagebuch für mind. 1–2 Wochen vor dem Termin: notieren Sie alle Pflegehandlungen mit Uhrzeit und Dauer.
  • Legen Sie alle Medikamentenpläne, Arztbriefe und Befunde bereit.
  • Haben Sie keine Angst: Der Gutachter will helfen, nicht prüfen. Zeigen Sie ruhig auch "schlechte Tage".
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📬 Bescheid erhalten und Leistungen abrufen

  • Die Pflegekasse hat 25 Werktage Zeit, einen Bescheid zu erteilen. Bei Überschreitung gibt es eine Entschädigung (70€/Woche Verzug).
  • Mit dem Bescheid werden rückwirkend ab Antragsdatum alle Leistungen gewährt.
  • Sind Sie mit dem Pflegegrad nicht einverstanden? Legen Sie innerhalb von 4 Wochen Widerspruch ein — bei ca. 50% der Widersprüche wird der Pflegegrad angehoben.
  • Beantragen Sie direkt nach dem Bescheid alle Leistungen, die einen Antrag erfordern (Pflegehilfsmittel, Wohnumfeldverbesserung etc.).
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PflegePilot ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.